Verbrauchertipps vom Fachmann: “Heizungsumbau lohnt sich”

FWG lud Kaminkehrermeister Herbert Wazula als Referenz zu aktuellem Thema ein

Fron­ten­hau­sen. (au) Auf Ein­la­dung der Fron­ten­hau­se­ner Wäh­ler­ge­mein­schaft (FWG) refe­rier­te kürz­lich der Kamin­kehrermeis­ter und Ener­gie­be­ra­ter Her­bert Wazu­la im Restau­rant Afro­di­ti. The­ma des Abends war „Revo­lu­ti­on im Hei­zungs­kel­ler, im Alt- und im Neu­bau – Was ist noch erlaubt, sinn­voll, zukunfts- und för­der­fä­hig?“

Der Vor­stand der FWG, Franz Gei­gen­ber­ger begrüß­te Kamin­keh­rer Her­bert Wazu­la und die zahl­reich erschie­nen Bür­ger und stell­te her­aus, das The­ma Kli­ma­schutz und neue Ener­gi­en gehör­ten zu den Anlie­gen der Fron­ten­hau­se­ner Wäh­ler­ge­mein­schaft. Der Bun­des­rat möch­te unter Kli­ma­schutz­ge­sichts­punk­ten das von der Bun­des­re­gie­rung beab­sich­tig­te Betriebs­ver­bot für Ölhei­zun­gen aus­wei­ten.

Das neue Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz soll die bestehen­den Geset­ze “Ener­gie­ein­spar­ge­setz”, “Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung” und das “Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Wär­me­ge­setz” zusam­men­fas­sen und ver­ein­fa­chen. Außer­dem gibt es im Zuge des Kli­ma­pa­kets 2030 ver­schie­de­ne Ände­run­gen in den Anfor­de­run­gen an die Gebäu­de­tech­nik und eine ver­bes­ser­te För­der­ku­lis­se.

Die in die Jah­re gekom­me­nen Ölhei­zun­gen ent­spre­chen nicht mehr dem neu­en Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz, brach­te Her­bert Wazu­la zum Aus­druck. Die Ener­gie­ein­spa­rungs­ver­ord­nung besagt, dass Heiz­kes­sel außer Betrieb zu neh­men sind, wenn die Anla­ge bereits älter als 30 Jah­re ist und nicht auf Nie­der­tem­pe­ra­tur- oder Brenn­wert­tech­nik basiert. Die Aus­tausch­pflicht betrifft dem­nach in ers­ter Linie Kon­stant-Tem­pe­ra­tur­kes­sel mit einer Heiz­leis­tung zwi­schen vier und 400 Kilo­watt. Von die­sem Pas­sus sind aber rela­tiv weni­ge Hei­zun­gen betrof­fen. Wenn der Eigen­tü­mer eines Wohn­ge­bäu­des mit nicht mehr als zwei Woh­nun­gen zum 1. Febru­ar 2002 eine Woh­nung selbst bewohnt hat und immer noch bewohnt, ist er nicht betrof­fen. Bei einem Eigen­tü­mer­wech­sel sind die Ver­ord­nun­gen mit einer Frist von zwei Jah­ren umzu­set­zen. Mit dem Aus­tausch von alten Ölkes­seln soll­te nicht zu lan­ge gewar­tet wer­den, da man sonst even­tu­ell auf För­de­rung ver­zich­ten muss, riet der Fach­mann.

Ab dem 1. Janu­ar 2026 dür­fen Ölhei­zun­gen nach dem neu­en Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz bei einem Aus­tausch des Kes­sels bzw. bei einem Neu­ein­bau einer Ölhei­zung nur dann betrie­ben wer­den, wenn 25 Pro­zent der Wär­me­en­er­gie durch erneu­er­ba­re Ener­gi­en gedeckt wird. Anla­gen mit sehr hohen CO-Emis­sio­nen sol­len nicht mehr begüns­tigt wer­den, dage­gen neue Tech­ni­ken mit gerin­ge­ren CO2-Belas­tun­gen mehr geför­dert wer­den.

Zudem kann es sich loh­nen nicht nur die Hei­zung ener­ge­tisch zu ver­bes­sern son­dern auch die Gebäu­de­hül­le. Hier hat der Gesetz­ge­ber die För­de­run­gen teil­wei­se stark erhöht, zum Bei­spiel bei Fens­tern, Türen und Wär­me­däm­mung, um die Wirt­schaft­lich­keit die­ser Maß­nah­men zu ver­bes­sern. Des Wei­te­ren wird zukünf­tig eine CO2-Beprei­sung die Ener­gie­kos­ten wei­ter nach oben trei­ben. Des­halb ist das Gebot der Stun­de über Sanie­rungs­maß­nah­men nach­zu­den­ken und in Angriff zu neh­men.

Was wird gefördert

Im Rah­men der För­de­rung Hei­zung 2020 wer­den „Maß­nah­men zur Nut­zung erneu­er­ba­rer Ener­gi­en im Wär­me­markt“ geför­dert. Damit sind im Wesent­li­chen neue Wär­me­er­zeu­ger gemeint, aber auch alle Arbei­ten, die für den Ein­bau not­wen­dig sind. Je nach Maß­nah­me wird ein Anteil von 20 bis 45 Pro­zent aus­ge­zahlt.

Wird eine Ölhei­zung durch eine för­der­fä­hi­ge Bio­mas­se­an­la­ge (mit oder ohne Solar­un­ter­stüt­zung) ersetzt, erhöht sich der gewähr­te För­der­satz um 10 Pro­zent­punk­te. Dadurch ergibt sich für Hei­zun­gen, die aus­schließ­lich erneu­er­ba­re Ener­gi­en nut­zen, ein För­der­satz von 45 Pro­zent.

Geför­dert wer­den kön­nen zum Bei­spiel Brenn­stoff­zel­len­hei­zun­gen. Strom und Wär­me­pum­pen wer­den momen­tan stark favo­ri­siert. Holz­öfen sind oft über­di­men­sio­niert und wer­den oft falsch betrie­ben, so Wazu­la. Spei­cher­öfen dage­gen sor­gen mit ihrer spe­zi­el­len Funk­ti­ons­wei­se für eine nach­hal­ti­ge, sau­be­re Wär­me­aus­beu­te und bie­ten daher auch für die Zukunft des Ofen­baus ein enor­mes Poten­zi­al. Pel­let­hei­zun­gen oder Kachel­öfen mit Was­ser­ta­schen sind eben­falls eine Opti­on.

Arti­kel und Bei­trags­fo­to: Anna Unter­hol­zer. Gekürz­te Fas­sung für Din­gol­fin­ger Anzei­ger und Vilstal­bo­te

Solar­an­lan­gen wer­den beim Neu­bau und im Bestands­ge­bäu­de geför­dert, sowohl für Brauch­was­ser­be­rei­tung und als Hei­zungs­un­ter­stüt­zung. Wei­te­re Mög­lich­kei­ten sind Bio­mas­se­an­la­gen wie Hack­gut­hei­zun­gen und Kraft­wär­me­kopp­lungs­an­la­gen. Die Direkt­hei­zung ist eine Art der Elek­tro­hei­zung, bei der Wär­me unmit­tel­bar an den Raum abge­ge­ben wird. In Form von Heiz­lüf­tern, Heiz­kör­pern oder Strah­lungs­hei­zun­gen lohnt sich die Tech­nik meist nicht als Voll­hei­zung. Die Was­ser­luft­wär­me­pum­pe hat den nied­rigs­ten Wir­kungs­grad, die Anschaf­fung ist aber rela­tiv preis­wert.

Sole­wär­me­pum­pen sind im Ver­gleich rela­tiv teu­er. Ein lukra­ti­ves Geschäft kön­nen auch Hei­zungs­op­ti­mie­run­gen, z.B. mit einem hydrau­li­schen Abgleich, neu­en Heiz­kör­pern und Hoch­ef­fi­zi­enz­pum­pen sein. Selbst dafür gibt es vom Gesetz­ge­ber 20 Pro­zent. Die maxi­ma­le Sum­me beträgt in die­sem Fall 50.000 Euro. Es lohnt sich einen qua­li­fi­zier­ten Ener­gie­be­ra­ter zu beauf­tra­gen. Eine aus­führ­li­che Ener­gie­be­ra­tung ist zwar nicht kos­ten­los, aber das Geld ist für den Ener­gie­spar­er­folg gut inves­tiert. Und eine För­de­rung gibt es für die so genann­te Vor-Ort-Bera­tung auch.

Abschlie­ßend fass­te Her­bert Wazu­la zusam­men: „Um die Ener­gie­wen­de im Hei­zungs­kel­ler zu schaf­fen, brau­chen wir den ener­ge­ti­schen Drei­sprung Effi­zi­enz­stei­ge­rung, erneu­er­ba­re Ener­gi­en und Ein­spa­rung!“ Im Anschluss an den Vor­trag beant­wor­te­te er aus­führ­lich und ver­ständ­lich Fra­gen zum The­ma. Der Besuch der Ver­an­stal­tung lohn­te sich auch in finan­zi­el­ler Hin­sicht für den Ener­gie­ver­brau­cher. Nach dem Vor­trag stell­ten sich die FWG Kan­di­da­ten per­sön­lich dem inter­es­sier­ten Publi­kum vor und beant­wor­te­ten Fra­gen.

Ihre Stim­me für Fron­ten­hau­sens Zukunft

image_print